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Pfingsten ist ein großes Fest.
Wir hören von Sturm, von Feuer,
von einer Kraft, die alles verändert.
Die Jünger bekommen Mut und gehen hinaus.
Die Kirche beginnt.
Und doch – wenn man ehrlich ist –
passiert Pfingsten oft ganz anders, viel leiser.
Ein polnischer Priester hat einmal einen Gedanken for-
muliert, der überraschend einfach ist und trotzdem lange
nachklingt.
Er sagt: „Gott hat mehr als einen Namen.
Gott hat den Namen Jesus Christus, der uns auf Golgot-
ha erlöst hat, aber Gott hat auch den Namen, dass mein
Freund mich angerufen hat und sagte: Hey, wie geht’s
dir? Nach den Feiertagen habe ich mir gedacht, dass es
dir vielleicht nicht gut geht.”
Das wirkt fast zu schlicht. Aber genau deshalb trifft es.
Jeder kennt solche Situationen. Jemand meldet sich, nicht
weil er muss, sondern weil er an dich gedacht hat. Und
plötzlich merkt man: Das tut gut. Das trägt. Vielleicht ist
genau dort etwas von dem spürbar, was wir mit Pfingsten
verbinden.
In unserem Seelsorgeraum zeigt sich sehr schnell, wo-
rauf es wirklich ankommt. Es sind nicht nur die Gottes-
dienste oder die gut organisierten Abläufe. Entscheidend
ist, ob Menschen sich gesehen fühlen. Ob jemand merkt:
Ich bin hier nicht einfach einer von vielen, sondern ich
gehöre dazu.
Das Gleiche gilt in der Familie. Man kann nebeneinan-
der her leben und doch wenig miteinander zu tun haben.
Wirkliche Nähe entsteht dort, wo einer innehält, fragt und
auch bereit ist zuzuhören, selbst wenn die Antwort nicht
kurz oder einfach ist.
Pfingsten erinnert uns daran, dass Glaube nicht zuerst et-
was Abgehobenes ist. Er hat mit unserem ganz normalen
Leben zu tun. Mit den Begegnungen, die wir haben, und
mit der Frage, was wir füreinander sind.
Darum ist auch jeder wichtig. Nicht nur die, die vorne ste-
hen oder viel Verantwortung tragen. Eine Gemeinde lebt
davon, dass viele ihren Teil einbringen – oft leise, oft im
Hintergrund, aber verlässlich.
Vielleicht ist Pfingsten eine gute Gelegenheit, sich das
neu bewusst zu machen. Wen habe ich schon länger
nicht mehr angesprochen? Wer fehlt vielleicht, ohne dass
es jemand merkt? Und wo könnte ich selbst einen kleinen
Schritt machen?
Es braucht nicht viel. Aber es kann viel verändern.
Denn manchmal hat Gott einen ganz einfachen Namen.
Pfarrer Gregor
Vorwort
PFINGSTEN BEGINNT IM KLEINEN
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