Er heißt zwar noch Bahnhof, man müsste ihn besser Radhof nennen, weil die meisten die Bahnstrecken nicht mehr kennen. 1949 kam nach der Zerstörung durch den Krieg, die Bahnstrecke wieder in Betrieb. Man musste nicht mehr ein Fahrrad leihen oder zu Fuß nach Prüm, nein, man fuhr bequem mit dem Zug dahin. Sogar Ministerpräsident Altmaier aus Mainz ließ es sich nicht nehmen und war bei der Einweihungsfeier zugegen. Der Schulchor wurde aufgestellt und sang unter dem Dirigat von Lehrer Mählert »Wohlauf in Gottes schöne Welt«. Die Wirtschaftswunderzeit begann, viele kamen zu Geld und schafften sich ein Auto an. Auch Frauen machten den Führerschein, um Zeit zu sparen und unabhängig zu sein. Der Weg zum Bahnhof war weit und beschwerlich, mit dem Koffer, dem vollen, damals gab es noch keinen mit Rollen. So war der Personenverkehr 1965 nicht mehr praktikabel und für die Bahn nicht mehr rentabel. Der Güterverkehr trudelte bis 1987 noch ein, später nur noch bis Prüm und dann bis Gerolstein. Auf der Strecke herrschte nun wieder Stille, es gab sie nicht mehr, die Eisenbahnidylle. Radfahren wurde wieder in und da machte es doch Sinn, die Trasse für Freizeitaktivitäten zu aktivieren und einen Radweg zu konzipieren. Die Idee auch hier Anklang fand, wie sonst schon überall im Land. Wenig Gefälle auf der ganzen Spur, dazu in herrlicher Natur. 2007 war es dann so weit, der Radweg wurde eingeweiht. Doch nicht nur Radler kann man sehen, die Strecke lädt ein zum skaten, walken oder spazieren gehen. Die Gastronomie profitiert und freut sich sehr, hat sie doch außer im Winter etliche Gäste mehr. Jetzt radeln fröhlich alle, die es können, vom Islek bis in die Ardennen. Wer unterwegs einmal rasten muss, dem empfehle ich hinterm Tunnel die Hütte zum Heiligen Urbanus. Nur Fußgänger haben es manchmal weit, bis zur nächsten Sitzgelegenheit. Was für Radler kein Problem ist für Läufer unbequem. Um die Natur zu genießen und öfter eine Pause einzulegen, kämen einige Bänke mehr, sehr gelegen. Schon einige Metallstühle entlang der Trasse, würden genügen, das wäre klasse. Leider ist bislang in Prüm die Herrlichkeit zu Ende und du sagst dir »bitte wenden«. Trotz Verhandlungen und Querelen man sagen muss, es fehlt noch immer der Lücken Anschluss. Zwischen Gerolstein und Prüm, den in Angriff zu nehmen, macht doch Sinn. Vill Jedold as deck heij niejdisch, On der Eefel douert manches ijwisch Doch am Änn jet absolut -- vielleicht doch noch alles jut!